Wochenendseminar: Was meint eigentlich Kapitalismus?

Am Selben Wochen Wochenende wie die Veranstaltung mit Tomasz Konicz „Kapitalismus Kaputt?“ veranstaltet der Antifa AK zusätzlich mit dem Institut für kategoriale Analyse ein Wochenendseminar zur Einführung in die kategoriale Kapitalismuskritik. Am Samstag endet das Seminar rechtzeitig, so können Interessierte prima beide Veranstaltungen besuchen.

Einführung in die kategoriale Kapitalismuskritik
Seminar mit dem Institut für kategoriale Analyse (Inkatan e.V.)

19.-21. November Universität Köln

Ort: Humanwissenschaftliche Fakultät (Gronewaldstraße 250931 Köln)

Entgegen der Eindeutigkeit, die der Begriff „Kapitalismus“ in politischen Debatten zunächst suggeriert, ist er in der kritischen Theorie seit Jahren Gegenstand unterschiedlich und mitunter sogar gegensätzliche Interpretationen. Denn zentrale materialistische Kategorien wie z.B. Klasse und Geschichte, Ökonomie und Politik, Subjekt und Struktur sind auch in der Marxschen Tradition keineswegs eindeutig geklärt. Die im Kontext der sogenannten Neuen Marx-Lektüre in letzter Zeit entwickelte, kategoriale Marx-Interpretation, wie sie beispielsweise von Autoren wie Moishe Postone und Ingo Elbe vertreten wird, bietet vor diesem Hintergrund eine vielversprechende Möglichkeit für eine gesellschaftstheoretische Fundierung kritischer sozialwissenschaftlicher Untersuchungen. Kapitalismus als analytische Kategorie wird hier, entgegen einer in der materialistischen Theorie lange gepflegten Orthodoxie, als eine komplexe und historisch-dynamische Form gesellschaftlicher Unfreiheit begriffen werden. Sie bezeichnet demnach, weit davon entfernt nur eine „Wirtschaftsweise“ zu beschreiben, eine historisch besondere und qualitativ eigene Gesellschaftsform, deren Strukturen soziale Kontingenz nicht abstrakt entgegen gesetzt, sondern vielmehr immanent ist. Diese neue Perspektive hat bemerkenswerte Folgen sowohl für alle Versuche einer praktischen Kapitalismuskritik wie auch die theoretischen Analysen der aktuellen, mit Schlagwörtern wie ‚Globalisierung‘, ‚Postmoderne‘ und ‚Neoliberalismus‘ nur sehr ungenau beschriebenen, gesellschaftlichen Umbrüche.

In dem Wochenendseminar wollen wir uns diesem neuen Paradigma innerhalb der materialistischen Gesellschaftstheorie nähern und die kategorialen Marxinterpretation anhand von Überlegungen in den Bereichen Ökonomie, Politik und Subjektkonstitution genauer unter die Lupe nehmen; nicht zuletzt in dem wie ihre Erklärungskraft gegenüber einigen gängigen materialistischen und poststrukturalistischen Ansätze diskutieren.

www.inkatan.de

Weiterlesen… (Seminarplan und Literatur)

Audio – Griechische Zustände und deutsche Misere

Sound Icon Die Mitschnitte zur zweiten Veranstaltung »Griechische Zustände und deutsche Misere« sind jetzt auch online….

Part 1 (Jimmy Boyle) 64 min.

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Part 2 (Mike Morelli) & Abschlussdiskussion 72 min.

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Griechenland Veranstaltung jetzt im Naturfreundehaus

Die Veranstaltung: „Griechische Zustände und deutsche Misere“ (30. August) findet nicht wie auf dem gedruckten Material angegeben im AZ sondern im Naturfreundehaus Köln-Kalk (Kapellenstr 9a.) statt.

Audio – Krisenlehren

Sound IconDer Audio-Mitschnitt der ersten Veranstaltung »Lehren aus zwei Jahren Weltwirtschaftskrise – Finanzkapital, Staatsschulden & Eurokrise« ist jetzt online.

Vortrag 124 min.

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Anschluss-Diskussion 60 min.

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Und alle drehen am Rad…

In der Krise wurden die unterschiedlichen nationalökonomischen Leistungsfähigkeiten der Staaten offensichtlich. Viele Staaten gerieten durch kostspielige Steuerungsversuche in neue Abhängigkeit von Bürgenden und Gläubigerstaaten. Doch selbst die Staaten, die ihre ordnungspolitischen Wünsche durchsetzen konnten, bewegen sich in einem Widerspruch: Die Krise soll »bewältigt« werden, doch die Rückkehr auf einen kapitalistischen »Wachstumskurs« ist zugleich die Rückkehr zur krisenträchtigen Standortkonkurrenz. Die vermeintliche Ohnmacht gegenüber den eigenen gesellschaftlichen Verhältnissen verschweißt das nationale Kollektiv ideologisch zur Schicksalsgemeinschaft.
In unserer Veranstaltungsreihe »Krise und Nationalismus« wollen wir die ökonomischen und ideologischen Verwerfungen in der Krise analysieren. Wir freuen uns, wenn ihr bei den Veranstaltungen vorbeischaut und fleißig mitdiskutiert.

Mit antinationalen Grüßen, Antifa AK Köln

Was euch dieses Jahr noch erwartet…

UG Banner 3.10 Am 3. Oktober dieses Jahres ist es mal wieder soweit: Die BRD zelebriert die Tatsache, dass es sie gibt. Dieses Jahr soll Bremen zum Wallfahrtsort des schwarz-rot-goldenen Jubelrausches werden.
Das »…ums Ganze!«-Bündnis ruft dazu auf, sich dem kollektiven Freudentaumel entgegen zu stellen. Wir wollen keinen sozialeren, krisenfreien Kapitalismus sondern gar keinen. Denn das schöne Leben ist nur jenseits von Staat, Nation und Kapital zu haben.
Veranstaltungen und Aktionen vom 1.-3. Oktober in Bremen. Sonderseite des Bremer Bündnisses: bremen310.hopto.org

Anfang Dezember dieses Jahres findet dann unser zweiter Kongress unter dem Titel: »So, wie es ist, bleibt es nicht.« – umsGanze!-Kongress zu Krise und Arbeit statt. Ort des Kongresses ist dieses Mal die Universität Bochum. Dort werden in verschiedenen Workshops, Diskussionsveranstaltungen & auf Podien die Themen Krise, Arbeit und deren Zusammenhang zum Kaptialismus diskutiert.
Mehr Infos zum Ablauf usw. findet ihr demnächst auf der dazugehörigen Sonderseite: kongress.umsganze.de